Von Constanze Baumgart

Jetzt ist es geschehen: Das Wie vor einem Komparativ hat das öffentlich-rechtliche Radio erreicht: „Im Oktober sind … mehr Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Europa gekommen wie im gesamten vergangenen Jahr.“ Heute zu hören in den Nachrichten des WDR 2. Als vor kurzem der Frankfurter Allgemeinen Zeitung derselbe Fauxpas unterlief, durfte man noch an einen einmaligen Vorfall glauben. Doch jetzt sehen wir uns mit der Frage konfrontiert: Hält das Vergleichs-Wie Einzug in die Schriftsprache?
Und wenn ja, wer ist Schuld daran? Der übliche Verdächtige steht bereit: Das Internet – die Sprachschlunzerei in Mail und SMS, facebook und Twitter macht’s möglich.
Doch möglicherweise verhält es sich doch ein wenig anders. Ein schlichter Gewöhnungseffekt könnte es sein: Was man so oft in der gesprochenen Sprache hört, kann ja so falsch nicht sein.
Doch, kann es. Aber eigentlich auch Jacke als Hose, oder?